Sitzball Meisterschaft und Junkholz-Turnier

Sursee ist wieder Schweizermeister 

Erneuter Aderlass in der Schweizer Sitzballszene: Nach dem
Rückzug der mehrfachen Schweizermeister von Bern 81 beteiligten sich lediglich
noch sechs Mannschaften an der Sitzballmeisterschaft am 17. September in
Wohlen.

Der Behinderten Sportclub Wohlen-Lenzburg sprang relativ
kurzfristig als Organisator der diesjährigen Meisterschaft ein und legte diese
auf das Datum des traditionellen Junkholz-Sitzball-Turniers. Zu den sechs
Schweizer Teams gesellten sich noch zwei österreichische und ein deutsches.
Gespielt wurde im Modus Jeder gegen Jeden und über die übliche Spieldauer von
zwei Mal sieben Minuten. Für die SM wurden aber nur die schweizerischen
Mannschaften gewertet.

In den vergangen Jahren hatte Urs Casanova jeweils Bern 81
zu guten Resultaten geführt. Nun wurde er in die Mannschaft von Sursee
integriert. Es war somit von Anfang an klar, dass die Meisterschaft wohl
zwischen den Luzernern und Olten 1 entschieden würde. Alles andere wäre einer
grossen Überraschung gleichgekommen.

Beide Mannschaften konnten ihre Partien gegen die Gegner aus
dem eigenen Land erfolgreich gestalten. Sursee (mit Urs Casanova, Walter
Filliger, Adrian Koch, Thomas Lötscher, Christine Meyer, André Widmer und
Walter Widmer) wirkte dabei etwas souveräner als Olten (mit Agnes Hubeli,
Daniel Jeker, Paul Probst, Marcel Ragaz, Urs Ramel und Jonas Zimmerli). Erst im
allerletzten Spiel des Tages kam es zur Direktbegegnung, die somit wirklich
einem Final gleichkam. Sursee entschied diese Partie mit 28:21 für sich und
holte sich damit den Titel.

Bestes Ergebnis der Geschichte

Zur eigentlichen Überraschung wurde der Auftritt von Thurgau
(mit Marcel Brauchli, Ilona Dübendorfer, Annemarie Keller, Marcel Knellwolf,
Connie Krüsi und Walter Müller). Die Ostschweizer fand man in vergangenen
Jahren meistens in der hinteren Ranglistenhälfte. Den Grundstein für ihren
überraschenden dritten Platz legten sie im ersten Spiel gegen Wohlen, den
letztjährigen SM-Vierten. Als sie auch noch ihre Trainingspartner St. Gallen
schlugen, durften sie endgültig von der Bronzemedaille träumen, denn die etwa
gleich stark eingestuften Gegner luchsten sich gegenseitig Punkte ab. Thurgau
erzielte so das vermutlich beste Resultat seiner Geschichte.

St. Gallen schlug Wohlen und teilte mit Olten 2 die Punkte.
Dies trug den Ostschweizern den vierten Platz ein. Wobei sie im Spiel gegen
Olten 1 ihre beste Leistung zeigten. Sie waren ein ebenbürtiger Gegner und
verloren mit lediglich zwei Punkten Differenz. Gastgeber Wohlen konnte vor
eigenem Publikum nicht reüssieren und verliess das Spielfeld sieben Mal als
Verlierer. Grund zur Freude hatten die Aargauer erst im letzten Spiel (parallel
zum „Final“ Sursee gegen Olten 1). Mit einem Sieg über die zweite Mannschaft
von Olten konnten sie die rote Laterne doch noch abgeben und sich den fünften
Platz sichern.

Starke Österreicher

Beim internationalen Turnier spielten die Österreicher die
erste Geige. Allerdings kamen auch sie nicht ungeschoren davon. Olten 1 darf
sich nämlich immerhin rühmen, dem späteren Turniersieger St. Pölten die einzige
Niederlage des Tages zugefügt zu haben. Die Solothurner verloren jedoch gegen
Schwaz. Sursee gewann gegen die Tiroler, ging aber gegen St. Pölten als
Verlierer vom Platz. So waren die besten Gäste und die besten Schweizer
punktegleich. Dank dem Sieg in der Direktbegegnung konnten die Österreicher den
Siegerpokal in Empfang nehmen. Gleich sah es in der Entscheidung um Platz drei
aus. Hier hatte Schwaz zu Ungunsten von Olten 1 das bessere Ende in der Hand.
Das einzige deutsche Team, Ravensburg, platzierte sich im fünften Schlussrang,
dank den vier Siegen über die schwächeren Schweizer.

Der organisierende Behinderten Sportclub Wohlen-Lenzburg gab
jeder Spielerin und jedem Spieler einen Laib Brot und ein schönes Stück
Freiämter Speck mit auf den Heimweg. Benötigt wurde diese „Wegzehrung“ – wie es
Ruedi Wenger nannte – kaum, denn das gemeinsame Nachtessen in Dottikon sättigte
wohl alle.

 

Rangliste 38. Schweizermeisterschaft

 Rang   Mannschaft   Punkte 
1.  Sursee 10
2.  Olten 1 8
3.  Thurgau 6
4.  St. Gallen 3
5.  Wohlen 2
6.  Olten 2 1

 


Rangliste 31. Junkholz-Sitzball-Turnier

 Rang   Mannschaft  Punkte 
1.  St. Pölten (A) 14 +
2.  Sursee (CH) 14
3.  Schwaz (A) 12 +
4.  Olten 1 (CH) 12
5.  Ravensburg (D)  8
6.  Thurgau (CH) 6
7.  St. Gallen (CH) 3
8.  Wohlen (CH) 2
9.  Olten 2 (CH) 1

Legende: + = Direktbegegnung

Dokumente:   Rangliste
Spielplan
 
Weitere Links: Homepage BSG Olten
Homepage St. Pölten
 
Kurzfilm: Tele Freiamt
   
Weitere Fotos:  Siehe Galerie

 

 Albert Büchi

Die Schweizer Meisterschaft 2012 findet am 8. September in Weinfelden statt.
Unterlagen siehe.



2011-09-17_Sieger_Sursee.JPG
Freuen sich über ihren Meistertitel: Walter Filliger,Thomas Lötscher, Adrian Koch,
Christine Meyer, André Widmer, Urs Casanova und Walter Widmer von Sursee.

2011-09-17_St-Poelten.JPG
Die Gäste aus dem österreichischen St. Pölten feiern ihren Turniersieg.

2011-09-17_Wohlen.JPG
Die organisierende Sitzballgruppe Wohlen geriet öfters in Schieflage.


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Szene aus dem Spiel Schwaz gegen Sursee, das die Schweizer gewannen.

2011-09-17_Olten_St-Gallen.JPG
St. Gallen hielt mit Olten 1 erstaunlich gut mit. Im Bild beobachtet Jonas Zimmerli den
St. Galler Reto Nieuwenhout und seinen Clubkameraden Marcel Ragaz.